Wolken- und Gewittergattungen
Hallo liebe Leser/innen,
in dieser Kategorie möchten wir euch ein paar Grundkenntnis zur Wolken- und Gewitterkenntnis geben. Einige davon sehen gefährlich aus, sind sie jedoch nicht. Es gibt aber auch Wolkengattungen, die eine gefährliche Nebenwirkung besitzen. Gehen wir darauf also näher ein.
Warmfront in Form von Wolken:
Eine Warmfront steht immer in Zusammenhang mit einem Tiefdrucksystem. Ein Tiefdrucksystem ist mit Fronten gekennzeichnet. Mit der Höhe steigen die Temperaturen deutlich an. Gerade im Winter merkt man dies. In der Höhe ist es mit Annäherung dieser wärmer als am Boden. Eine Warmfront ist in 2 Wolkenkategorien erkennbar.
Einerseits gibt es „Cirren“. Es ist eine Wolkengattung, die man nur sehr weit oben in unserer Atmosphäre wieder findet. Sie besitzen meist eine Art Schleier und verdeckt die Sonne.
Oft findet man auch „Verschleierte einzelne Wolkenformationen“ – diese werden als Virga bezeichnet und sind ebenfalls mit einer Warmfront verbunden.
Aber auch einzelne „Wolkenbänke“ – es sind wie Flächen am Wolkenhimmel - zeichnen eine Warmfront wieder. Manchmal findet man sie auch in den mittleren Schichten der Atmosphäre.
Schönwetterwolken:
Sie treten meist nach dem Mittag auf. Sie entstehen über dem Gebirge und lösen sich meist rasch wieder auf. Mit ihr besteht keine Gefahr schlechten Wetters. Diese Wolkengattung schmückt den Himmel und spendet etwas an Schatten. Sie befinden sich im untersten Niveau der Atmosphäre und sie entstehen in ca. 2000 Metern Höhe.
Gewitterwolke auch Cumulus- oder Haufenwolke genannt.
Eine Gewitterwolke kann unterschiedliche Ausdehnungen besitzen. Dies ganze wird in der anderen Kategorie der Gewitterarten besprochen. Die Gewitterwolke besitzt unterschiedliche Entstehungsstadien.
Anfangsstadium: Man sieht erste kräftige aber nicht allzu hohe Quellungen.
Zwischenstadium: Die Quellungen reichen höher und erster Niederschlag fällt aus den Wolken heraus. Die Wolke reicht nun schon bis zu 5 Km in die Höhe. Die Quellungen sind nach wie vor richtig stark „Blumenkohlartig ausgeprägt“. Es ist damit zu rechnen, dass die Wolke und das Gewitter in sich intensiviert.
Reifestadium: Die Gewitterwolke hat sich ausgebildet und bringt nun die entsprechenden Begleiterscheinungen hervor. Das Gewitter besitzt jetzt seine volle Stärke.
Endstadium: Die Gewitterwolke ist nicht mehr „Blumenkohlartig“ – die Wolkenform ist verwaschen ein Zeichen, dass das Gewitter eher schwach ist und keine große Gefahr mehr von diesen aus geht.
Der Arcus:
Er steht immer in Verbindung mit einem Gewitter / Schauer. Diese Wolkenform sieht spektakulär aus ist aber meist ungefährlich. Kalte Luft aus dem Gewitter dringt rasch aus der Wolke heraus in Richtung Boden. Durch diesen schnellen Vorgang steigt die Warmluft automatisch auf. Es entsteht ein Keil, der die aufsteigende Warmluft von der kalten trennt. Dieser wird in Form einer Arcus(Keil)wolke sichtbar.
Manchmal erweckt es den Anschein, dass die Zähne, welche durchaus bis zu dem Boden reichen ein Tornado sein könnte. Dies ist aber in der Regel nicht so. Die Ursache liegt in der kalten Luft. Je schneller die nach unten stößt, umso mehr Wolkenfetzen zieht sie mit nach unten.
http://www.wetter-foto.de/foto-15268-zum-greifen-nah.html
http://www.wetter-foto.de/foto-15282-gewitter.html
Die zwei Links zeigen eindrucksvoll keinen Tornado.
Mammatuswolken:
Es sind hängende und Beulenförmige Wolken. Diese stehen meist in Verbindung mit einem Gewitter und sind auf der Gewitterrückseite zu finden und sind meist sehr stark ausgeprägt. Ähnliche aber nicht solch intensive Wolkenformen kann man auch auf allen anderen Wolkenstockwerken finden.
Stratuswolken:
Es sind Wolken die im Winterhalbjahr richtig nerven können. Es kommt tagelang keine Sonne hindurch. Die Sonne schafft diese Wolkenart nicht aufzulösen. Diese Wolkenart ist unspektakulär.
Lenticularis- auch Föhnbewölkung genannt:
Sie entstehen nur in Zusammenhang mit einem Gebirge und sehen wie Linsen oder Mandeln aus. Da unser Gebirge eine West-Ostkomponente besitzt entstehen diese Wolken mit einer südlichen Anströmung, Sprich Winden aus Süd.
Folglich sieht man diese nur bei einer Wetterlage wenn der Wind aus Süd nach Nord weht.
Egernebel:
Der Egernebel ist eine besondere Form. Er tritt in den Monaten auf wo die Sonne nicht die Kraft besitzt diese Wolken in einem Becken aufzulösen. Die Ursache liegt in der Tschechischen Republik. Dieses Land besitzt im Umfang überall Gebirgskämme (Erzgebirge, Adlergebirge, Fichtelgebirge, Beyrischer Wald). Man stellt sich das Land wie eine Badewanne vor, die im Winter mit kalter Luft gefüllt ist. Diese ist schwerer wie Luft und kann nicht aus der Badewanne entweichen. Monatelang herrscht in CZ diese Luftmasse. Sichtbar wird das ganze in Form von Wolken. Eine Art Stratusschicht bedeckt ganz CZ. Manchmal schwappt diese Wolkenart über dem Erzgebirgskamm. Grenznahe Gebiete versinken auch im Nebel und es weht (Art Föhneffekt) ein eisiger Wind über die Gebiete. Keine 5 Km westlich davon kann hingegen die Sonne scheinen. Betroffen sind die Monate Oktober bis Ende März.
Die Höhe ist ab und an unterschiedlich. Die Nebelobergrenze schwankt zwischen 600 und 1300 Metern. Letzteres trifft man nicht so häufig an.
Erhabene Punkte wie der Fichtelberg ragen aus dem Nebel heraus. Hier ist es dann auch deutlich wärmer. 2 Beispiele dazu:
Tornado:
Ein Tornado ist ein klar erkennbarer Trichter am Aufwindbereich (dort wo kein Niederschlag heraus fällt) an einem starken Gewitter. Man spricht von einem Tornado, sobald er mehr als 2/3 zwischen Wolke und Erde erkennbar ist oder Bodenkontakt aufweist. Auch Wasserhosen sind Tornados und werden entsprechend klassifiziert.
http://www.stormchasing-erzgebirge.de/gallery/index.php/Videos/220709TornadoErzgebirge
Dies waren ein paar grundlegende Begriffe zu Wolkengattungen. Es gibt noch viel mehr. Dies würde jedoch den Rahmen der Grundbegriffe der Wolkenkategorien sprengen.
Gewitterarten - Grundbegriffe
In unserem Hobby unterscheiden wir einige Gewitterarten und Systeme. Mit Fachbegriffen möchten wir nicht um uns werfen. Ein paar Bilder zu den Gewittersystemen sollten ausreichen.
Einzelzelle oder auch Wärmegewitter:
Es ist eine Gewitterwolke die am Gebirge entsteht. Sie ist steht frei und ist von keiner weiteren anderen Wolken umgeben. Sie kann regional unwetterartige Erscheinungen hervorrufen. Ihr Niederschlagsbereich ist recht klein. Wenn es im Oberdorf wie aus Kübel regnet, passiert im Unterdorf meist nix. Dieses Gewitter lebt nicht sehr lange. Nach ca. 30 Minuten sollte es kaputt sein.
Bildbeispiel:
Multizelle auch Gewitter mit mehreren Einzelzellen:
Diese Gewitterart besteht aus mehreren einzelnen Gewittern, sind jedoch zu seinem kleinen Cluster (Komplex) verschmolzen. An der Vorderseite stirbt meist das eine Gewitter ab (Gewitter, siehe Wolkengattungen ist verschwommen) an der Rückseite gehen neue kräftige Quellungen hoch. Diese Gewitterart besitzt eine etwas größere Ausdehnung und lebt auch einige Stunden.
Bildbeispiel:
Man sieht links das frische Gewitter mit Niederschlag aus den Wolken, rechts – also dahinter – entwickeln sich schon neue Gewittertürme, diese werden später ebenfalls Niederschlag abwerfen
Das nächste Bild ist ein Musterbeispiel. Links im Bild das schwache und kaputte Gewitter, rechts im Bild das neue Gewitter mit den kräftigen Quellungen.

MCS oder MCC:
Mesoskalig-convektiv-System oder Meso-convektiv-complex genannt. Es sind die riesigen Gewittercluster, die sie oft im MDR Wetter o.ä. Sendungen sehen. Sie entstehen, wenn sich mehrere Gewitter zu einem Komplex verschmelzen. Dieser Prozess geht sehr schnell. Auf dem Radar sieht man ein riesiger Gewitterherd. Flugzeuge umfliegen solch Gewittersysteme. Solch Gewittersysteme können eine riesige Ausdehnung von mehreren hundert Kilometern im Durchmesser annehmen. Diese Gewitter bringen enorm viel Regen, an ihrer Vorderseite meist einen Arcus mit sich. Hier hat man meist auch schwere Sturmböen, bis hin zu Orkanböen zu verzeichnen. Diese Systeme blitzen in der Regel sehr heftig. Mit mehr als 30 Blitzen die Minute gehen sie über eine Gegend her. Die Lebensdauer dieser Gewitterart kann sich von mehreren Stunden bis hin zu einem Tag hinziehen. Sie hinterlegen ab und an mehrere tausend Kilometer.
Im folgenden Satellitenbild sieht man eindrucksvoll die Ausdehnung dieser Gewitterart:
Im System selbst kann man meist nur Blitze festhalten und außerordentlich viel Regen
Superzelle – die gefährlichste Gewitterart:
Eine Superzelle entsteht nur durch Windscherung. Wir bezeichnen damit die Änderung der Windrichtung und Geschwindigkeit mit der Höhe. Die Wolken nehmen eine schräge Form an – wie im folgenden Bildbeispiel:
Ist eine Superzelle geboren, reichen ihre Wolken mehr als 12-15 Km in die Höhe. Durch der Windscherung fängt die Gewitterzelle an mit rotieren – folgendes Video zeigt dies gut – Quelle Michel Oelschlägel – frontgewitter.de:
Wie im Video zu sehen besteht hier hohe Tornadogefahr.
Außerdem bringt diese Gewitterart heftige Nebenerscheinungen mit sich. Durch den geneigten Aufwindturm fällt der Regentropfen wieder in den Aufwind und wird nach oben transportiert. Es entsteht Hagel. Dies wiederholt sich entsprechend, bis das Hagelkorn schwerer ist wie die Luft, die es nach oben transportiert. Es entstehen enorme Hagelgrößen. Wie folgende Bilder zeigen Infoquelle frontgewitter.de:
Auch enorme Hagelmassen können sich ansammeln:
Eine Superzelle sieht von weitem so aus Bildquelle: Michel Oelschlägel / frontgewitter.de

Man sieht im Bild den sogenannten Aufwind, welcher durch die angesprochene Windscherung rotiert. Die laminaren Strukturen darunter und der Kegelförmige Aufwind sind Musterbeispiele einer Suoerzelle. Bei genauem Betrachten sieht man auch den schräg, stehenden Cumulus / Gewitterwolke > ein Zeichen für Windscherung.
Darunter besteht enorme Tornadogefahr. Mit großer Wahrscheinlichkeit trat auch einer auf einem freiem Feld auf.
Diese Gewitterart ist sehr gefährlich und muss exakt gejagt werden. Auch manche Sturmjäger kommen hier einer großen Gefahrenquelle nahe.
Für einen Laien ist das in Sicherheit bringen das A und O. Selbst wir erfahrene Sturmjäger standen ab und an unter einer Tankstelle und suchten Schutz.
Aktualisiert (Mittwoch, den 07. September 2011 um 19:30 Uhr)


































