Wie fotografiere ich Blitze
Hallo liebe Leser/innen,
in diesem Bereich möchten wir Ihnen eine kleine Anleitung geben, wie man am besten Blitze fotografiert, bzw. Nachtaufnahmen tätigt.
Eine gewisse Grundausrüstung gehört dazu. Die Lektüre bezieht sich auf Spiegelreflexkameras.
Grundlegend wird in Blitz- und Nachtfotografie ein Stativ benötigt. Es dient alleine dazu, damit man einen sicheren Stand hat. Hier sollte man auch nicht sparen. Billige Stative wackeln und bei einem kleinen Lüftchen fliegt es um. Ich empfehle die Marke: Manfrotto.
Desweiteren benötigt man ein Fernauslöser. Im BULB Modus (Modus der Kamera, indem man alle Einstellungen manuell tätigen kann) drückt man in diesem Modus den Fernauslöser oder verriegelt ihn, so belichtet man so lange, bis man wieder den Knopf los lässt/Verriegelung entriegelt.
Es gibt Situationen da muss man durchaus 120 sek. belichten. Eine andere Lösung um diese Belichtungszeit ohne Wackeln hinzubekommen, gibt es nicht.
Der Fokus gehört auf manuell gestellt. Nur in Ausnahmefällen wird dieser auf AF gestellt. Hierzu später aber mehr. Auch der Bildstabilisator gehört ausgeschaltet.
Sonnenblende – sollte man auch nachts drauf haben. Sie schützt die Linse vor Tropfen, wenn die ersten Tropfen vom Himmel fallen.
Nachts gibt es zwei Möglichkeiten den Fokus zu setzen.
1. Man kann dies manuell tun. Man dreht das Fokusrad in der Position, dass der unendliche Fokus eingestellt ist. Achtung bei vielen Objektiven darf man nicht bis Anschlag drehen! Man ist dann über dem unendlichen Fokus hinaus gefahren und auch hier werden die Bilder unscharf.
So sollte der Fokus nicht aussehen:
Entsprechend ein Bildbeispiel dazu:
Der Fokus soll bei den Tamron- und Canonobjektiven immer mit der entsprechenden Markierung überein stimmen:
Entsprechend werden dann auch die Bilder scharf.
Mit diesem einen Kreuzsensor suche ich mir eine Lichtquelle am Horizont. Straßenlaternen o.ä., Wichtig hierbei, die Lichtquelle sollte weit genug entfernt liegen.
Bsp.:
Hat man diesen Punkt fokussiert, man merkt es, wenn die Kamera nicht weiter sucht, stellt man den AF auf MF um. Man sollte dann versuchen nicht mehr zu fokussieren und zu zoomen, da der Fokus sonst wieder verstellt wird.
Die Grundeinstellungen hätte man – wie fotografiert man nun richtig?
Dazu ein Bild meines Display mit ein paar Erklärungen:
Einstellung und Erläuterungen beziehen sich auf ISO 100!
Weißer Pfeil: Die Blende. Die Blende dient dazu, damit man bestimmen kann, wie viel Licht durch fließt. Grundlegend unterscheidet man:
Eine kleine Blendenzahl im Display = Die Blende ist sehr weit offen = viel Licht kommt durch.
Eine große Blendenzahl im Display = Die Blende ist eher geschlossen = wenig Licht kommt durch.
Man kann das wie ein menschliches Auge betrachten. Haben wir das Auge weit auf – wir sehen viel – Licht erscheint grell. Blendet uns die Sonne, wir schließen das Auge etwas, Licht erscheint uns nicht so grell – wir sehen mehr.
Bei der Blitzfotografie ist das Licht unser Blitz. Hier ist entscheidend. Wie weit ist der Blitz entfernt ist, bzw. wie weit man in die Ferne zoomt.
Es gilt folgende Regel:
Ist der Blitz weit entfernt, man sollte eine offene Blende auswählen. In der Regel um 4,0 (siehe Wert im Display). Diesen sollte man – wir befinden uns ja im BULB Modus – manuell einstellen können.
Bildbeispiel:
Schlägt der Blitz ziemlich in der Nähe ein und man hat dieselben Einstellung (4,0), so ist das Bild überbelichtet:
Nachdem der erste Blitz in dieser Umgebung einschlug, änderte ich die Einstellung. Ich wählte eine höhere Blendenzahl, sodass die Blender eher etwas geschlossener ist und etwas weniger Licht durch dringt. Es macht die Erfahrung, welcher Wert hierbei günstig wäre. Ich empfehle bei Naheinschlägen eine Blende von 6,0-8,0.
Entsprechend werden die Bilder auch nicht überbelichtet.
Bildbeispiel:
Wie sieht das ganze bei der Nachtfotografie aus?
Ganz einfach – je nach Blendeneinstellung belichtet man länger oder kürzer. Stellt man eine offene Blende – man muss nicht lange belichten - stellt man eine eher geschlossenere Blende ein - man muss länger belichten:
Bildbeispiel Blende 4,0:
Bildbeispiel Blende 6,0 und aufwärts:
Ein Sternenhimmel sieht dann schon ganz anders aus.
Auch Wolken sieht man dann eher Verwaschen:
Außerdem hat man bei einer eher geschlossenen Blende eine Art Sternchenform um Lichtquellen:
Wie lange belichtet man nun?
Bei Blitzen belichtet man entweder so lange, bis es geblitzt hat. Will man mehrere Blitze auf ein Bild, belichtet man nach dem ersten Blitz einfach weiter, solange bis man ausreichend Blitze eingefangen hat – Achtung, bitte nicht übertreiben:
Bildbeispiel:
Wie lange belichtet man bei der Nachtfotografie?
Bei der Nachtfotografie muss man die Belichtungsdauer testen. Ich fange immer mit 30 sek. an und belichte entweder länger oder kürzer. Entscheidend ist auch: Wie viele Lichtquellen erhellen mein Motiv? Scheint der Mond?
Roter Pfeil: Was hat es mit der oben genannten ISO auf sich?
Je höher die ISO-Empfindlichkeit, umso weniger Licht wird für eine Aufnahme benötigt. Die Belichtungszeit und Verschlusszeit kann also bei einer höheren ISO-Empfindlichkeit kürzer gewählt werden, so dass auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ein Fotografieren aus der Hand und ohne Blitz möglich ist, ohne das Foto zu verwackeln (wird z.B. die ISO-Empfindlichkeit verdoppelt, so halbiert sich die Belichtungszeit und Verschlußzeit bei gleicher Blende). Nur hat das Ganze auch einen Haken, denn je höher der ISO-Wert, sprich je höher die Lichtempfindlichkeit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für ein Bildrauschen, während die Aufnahme bei niedrigen ISO-Werten die höchste Schärfeleistung und das geringste Bildrauschen ergibt.
Bildbeispiel für zu hohe ISO:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/628602/display/22346875
Fazit: Man sollte versuchen immer mit einer niedrigen ISO zu fotografieren. Die Qualität ist einfach besser!
RAW oder JPEG – wo ist der Unterschied:
http://www.ralfonso.de/Fotoschule/fotoschule97.html
digitale Grauverlaufsfilter:
http://christopher-thielemann.com/tut/grauverlauf.htm
DRI – bessere Ergebnisse bei verschieden, hellen Lichtern:
http://www.digiachim.de/DRI/index.htm
HDR - Fotografie:
http://tobias-otte.de/essays/hdr-fotografie-in-8-schritten/
Beispiel eines HDR Bild – eine Art Kunst der Fotografie.
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/533132/display/23664761
Viel Erfolg beim Fotografieren wünscht
Euer Chasingteam Erzgebirge / Vogtland
Bernd März
Aktualisiert (Montag, den 05. September 2011 um 13:32 Uhr)
































